Sondervermögen beschleunigt Sanierung von Straßen und Brücken in NRW

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Ein Mann teert eine Straße. Daneben steht eine Walze.

Das Land Nordrhein-Westfalen will den Sanierungsstau bei Straßen, Brücken und Tunneln schneller abbauen. Dafür setzt die Landesregierung im Jahr 2026 zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes ein. Grundlage ist der „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“, aus dem bis 2036 insgesamt 3,5 Milliarden Euro in die Sanierung von Fahrbahnen, Radwegen, Brücken und Tunneln an Landes- und Kommunalstraßen fließen sollen.

60 Millionen Euro zusätzlich für Landesstraßen

Für das Jahr 2026 hat das Verkehrsministerium erstmals eine Maßnahmenliste vorgelegt, die aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan finanziert wird. 60 Millionen Euro sind für Projekte an Landesstraßen vorgesehen. Nach Angaben des Landes sollen damit 23 Brückenersatzneubauten, 15 Fahrbahnsanierungen sowie Tunnelsanierungen finanziert werden. Zu den genannten Projekten gehört auch die Sanierung des Kiesbergtunnels in Wuppertal.

Der größere Teil der zusätzlichen Mittel fließt in Brücken. Die veröffentlichte Maßnahmenliste weist 45 Millionen Euro für das Ersatzneubauprogramm Brücken und 15 Millionen Euro für Fahrbahnsanierungen sowie weitere Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen einschließlich Radwegen aus.

Auch OWL-Projekte in der Maßnahmenliste

Von den zusätzlichen Mitteln profitieren auch Projekte in Ostwestfalen-Lippe. In der Liste der aus dem NRW-Plan finanzierten Maßnahmen werden unter anderem Ersatzneubauten an der L 712 in Lemgo/Voßheide am Bauwerk Passadetal, an der L 758 in Extertal sowie in Barntrup/Alverdissen, an der L 860 in Herford über die Werre und an der L 890 bei Höxter/Bruchhausen-Ottbergen an der Nethebrücke genannt.

Hinzu kommen weitere Vorhaben aus dem regulären Landesstraßenerhaltungsprogramm. Dort sind für 2026 unter anderem Maßnahmen in Bad Oeynhausen, Verl, Höxter, Petershagen, Detmold, Blomberg, Barntrup, Löhne, Vlotho, Porta Westfalica, Paderborn, Gütersloh, Steinhagen, Herford sowie Herzebrock-Clarholz/Harsewinkel aufgeführt. Das zeigt: Der Sanierungsbedarf ist nicht nur ein Thema der Ballungsräume, sondern betrifft auch die Verkehrsachsen in der Fläche.

Landesprogramm steigt auf 235 Millionen Euro

Neben dem Sondervermögen wächst auch das landeseigene Landesstraßenerhaltungsprogramm. Für 2026 steigt es nach Angaben des Verkehrsministeriums um vier Millionen Euro auf insgesamt 235 Millionen Euro. Davon sollen 230 Millionen Euro in 132 Einzelmaßnahmen sowie eine Pauschale zum Erhalt von Straßen, Brücken und Tunneln fließen. Weitere fünf Millionen Euro sind für das Sonderprogramm Südwestfalen vorgesehen, mit dem Schäden an Landesstraßen infolge von Ausweichverkehren wegen der gesperrten A 45 bei Lüdenscheid saniert werden sollen.

Insgesamt werden laut Landesregierung in diesem Jahr rund 500 Millionen Euro in den Erhalt der Infrastruktur investiert. In diese Summe fließen Mittel aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan, aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität, aus dem Landesstraßenerhaltungsprogramm, aus dem Radwegeprogramm sowie aus der Erhaltung von Bundesstraßenfahrbahnen ein.

Sanierung nach landesweiter Priorisierung

Neu ist, dass Sanierungsmaßnahmen im Landesstraßennetz seit diesem Jahr nach einheitlichen Kriterien priorisiert werden. Grundlage ist die Zustandserfassung aller Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2023. Daraus wurden Erhaltungsabschnitte gebildet und nach fachlichen Kriterien in Dringlichkeitsgruppen eingeordnet. Diese Priorisierung soll regelmäßig aktualisiert werden, sobald neue Zustandsdaten vorliegen.

Das Verkehrsministerium verbindet die zusätzlichen Mittel mit dem Ziel, mehr Projekte pro Jahr umzusetzen und einzelne Vorhaben vorzuziehen. Für Verkehrsteilnehmer bedeutet das zunächst auch mehr Baustellen. Langfristig soll der Sanierungsstau bei Straßen, Brücken und Tunneln aber schneller abgebaut werden.

Kommunen erhalten zwei Milliarden Euro

Ein großer Teil des Nordrhein-Westfalen-Plans ist für die kommunale Infrastruktur vorgesehen. Von den insgesamt 3,5 Milliarden Euro sollen die Kommunen über zwölf Jahre zwei Milliarden Euro erhalten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf großen Rheinbrücken. Mindestens eine Milliarde Euro will das Land für solche Bauwerke vorhalten, unter anderem für die Brücke der Solidarität in Duisburg, die Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf und die Severinsbrücke in Köln.

Für die Wirtschaft in NRW ist die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur ein zentraler Standortfaktor. Lieferketten, Pendlerverkehre und Handwerksbetriebe sind auf leistungsfähige Straßen und Brücken angewiesen. Die jetzt vorgelegten Programme zeigen, dass der Schwerpunkt in den kommenden Jahren stärker auf Erhalt und Ersatzneubau liegen wird.

 


Autor:
Volksbank in Ostwestfalen – Bild © : Angelov – adobe stock

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