NRW setzt „progres.nrw“ fort: Fördergeld für E Mobilität und Wärmewende – Anträge sollen schneller werden

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Ein E-Auto steht in einer Garage und lädt seinen Akku. In der Tiefgarage sind zahlreiche E-Ladesäulen für Autos.

Wer in Nordrhein-Westfalen Ladeinfrastruktur aufbauen oder Wärme effizienter nutzen will, bekommt seit dem 17. Februar 2026 wieder Zugriff auf zentrale Landesförderungen. Die Landesregierung setzt die beiden „progres.nrw“-Programme „Emissionsarme Mobilität“ und „Klimaschutztechnik“ fort. Ziel ist es laut Wirtschafts- und Klimaschutzministerium, Klimaschutzmaßnahmen „alltagstauglich“ zu machen – und Förderanträge künftig schneller durchzubekommen.

Förderpause beendet – Richtlinien überarbeitet

Hintergrund: Bei „progres.nrw“ waren die Richtlinien überarbeitet worden; diese Überarbeitung ist nun abgeschlossen. Damit können für die Programmbereiche „Emissionsarme Mobilität“ und „Klimaschutztechnik“ wieder Anträge gestellt werden.

Mit der Neuauflage verbindet das Land auch einen Schritt in Richtung Entbürokratisierung: Für die Programme soll schrittweise ein automatisiertes Prüfverfahren eingeführt werden, damit Bewilligungen schneller erfolgen. Dieses Vorhaben ist als Pilot im Rahmen des Zweiten Beschleunigungs- und Entlastungspakets der Landesregierung eingeordnet, das insgesamt mehr als 30 Maßnahmen umfasst.

Schwerpunkt E‑Mobilität: Ladepunkte, Schnelllader und Flotten

Im Programmbereich „Emissionsarme Mobilität“ bleibt der Fokus auf dem Ausbau der Ladeinfrastruktur. Für Ladepunkte an Mehrfamilienhäusern und bei Arbeitgebern sind laut Ministerium Zuschüsse von bis zu 1.500 Euro je Ladepunkt möglich. Auch öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur kann mit bis zu 1.500 Euro je Ladepunkt gefördert werden. Deutlich höher liegt der Deckel bei Schnellladeinfrastruktur für gewerbliche Nutzfahrzeuge: Hier nennt das Land einen Förderhöchstbetrag von 40.000 Euro je Ladepunkt.

Daneben adressiert das Programm gezielt Akteure, die Fahrzeuge im täglichen Einsatz bewegen: Ambulante soziale Dienste und Kommunen können für elektrisch betriebene Kleinst- und Kleinwagen 3.000 Euro je Fahrzeug beantragen; zusätzlich sind Zuschüsse für die dazugehörigen Ladepunkte vorgesehen. Kommunen können darüber hinaus bei der Beschaffung leichter Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen mit bis zu 8.000 Euro unterstützt werden.

Wärmewende in Gebäuden und Betrieben: Geothermie, Abwärme, Wärmenetze

Im zweiten Programmbereich, „progres.nrw – Klimaschutztechnik“, setzt Nordrhein-Westfalen einen Schwerpunkt bei der Wärmenutzung. Für Erdwärmebohrungen an Mehrfamilienhäusern werden Zuschüsse von 30 Euro je Bohrmeter genannt – bis zu einem Förderbetrag von 15.000 Euro.

Neu bzw. ausdrücklich hervorgehoben ist die Nutzung von Abwärme – ein Thema, das gerade für produzierende Betriebe relevant sein kann, wenn Prozesse Wärme abgeben. Das Land will bereits bei der Identifikation von Potenzialen ansetzen: Für „Beratungstage“ in wärmeabgebenden Unternehmen sind Zuschüsse von bis zu 75 Prozent und bis zu 63.000 Euro vorgesehen. Für Anlagen, die Abwärme für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung (also etwa im Umfeld von Wärmenetzen) auskoppeln, nennt das Ministerium eine Förderung von bis zu 25 Prozent und bis zu 100.000 Euro.

Ergänzend werden Weiterbildungen im Bereich Abwärmeberatung gefördert (bis zu 50 Prozent und 2.500 Euro). Außerdem verweist die Landesregierung auf Fördermöglichkeiten für Wärmeübergabestationen zum Anschluss an ein Wärmenetz sowie auf Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung in Bestandsgebäuden. Für die Qualifizierung nennt das Land zudem Bildungsprämien rund um Wärmepumpen und kommunale Wärmeplanung.

Blick auf die Nachfrage: Tausende Fälle im Jahr 2025

Dass die Programme genutzt werden, belegt das Land mit Zahlen aus dem Vorjahr: 2025 seien 3.400 Haushalte dabei unterstützt worden, Erdwärme als Heizenergie zu erschließen. Zudem nennt das Ministerium fast 6.000 E‑Ladepunkte, die an Mehrfamilienhäusern und für Beschäftigte gefördert wurden.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur verbindet die Neuauflage mit dem Anspruch, dass „Klimaschutz sich lohnen“ müsse und Investitionen nicht „an Bürokratie scheitern“ sollten.

Wo Unternehmen und Kommunen die Förderinfos finden

„progres.nrw“ bündelt in Nordrhein-Westfalen Förderaktivitäten rund um rationelle Energieverwendung, erneuerbare Energien und Energiesparen. Informationen zu Förderbereichen, Antragswegen und Detailbedingungen liegen bei der Bezirksregierung Arnsberg, die auch auf die Möglichkeit verweist, Anträge ab sofort wieder einzureichen.

 


Autor:
Volksbank in Ostwestfalen – Bild © : anuchit2012 – adobe stock

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