Konsumverzicht und Second Hand gewinnen an Bedeutung im Handel

Zwei Freundinnen beim Kauf von Kleidung

Nachhaltigkeit hat eine große und zunehmende Bedeutung im Alltag der Konsumierenden und beeinflusst mittlerweile bei 58 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten die Entscheidung über Kaufen und Nichtkaufen, 39 Prozent kaufen gezielt nachhaltig. Das und mehr geht aus dem neuesten Konsummonitor Nachhaltigkeit mit dem Titel „Reduce, Reuse, Recycle und Repair“ des IFH Köln im Auftrag des Handelsverbands Deutschland hervor.

Facetten rund um Konsumverzicht und Wiederverwendung kommt dabei eine hohe Bedeutung zu: So berichten 74 Prozent der Konsumierenden, in 2022 gezielt Konsumverzicht geübt zu haben. Das reicht in alle Märkte, von Lebensmitteln zu Nonfood bis hin Dienstleistungen wie Reisen. Die Inflation ist zwar der Haupttreiber, aber vier von zehn Kunden üben Konsumverzicht um die Umwelt zu schützen und nachhaltig zu handeln. Am Beispiel des Fahrradmarktes mit seinem breiten Angebot an Reparaturleistungen und aufbereiteter Gebrauchtwaren zeigt sich sehr deutlich, dass der Kauf von Neuware nur noch eine Option von mehreren ist.

Second Hand wächst stark

Besonders wachstumsstark ist das Marktsegment Second Hand: Immerhin 51 Prozent der Konsumierenden kaufen Second Hand und 18 Prozent bespielen den Kreislauf aus Kauf und Verkauf. Dabei wächst Second Hand stärker als der Einzelhandel insgesamt. Treiber ist die Digitalisierung. Parallel ist der institutionelle stationäre Second Hand-Handel etablierter Teil der Handelslandschaft, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Jeder Zweite kauft bereits heute Second Hand, sechs von zehn Befragten planen Mehrkäufe. Das offenbart den Analysten zufolge ein erhebliches Potenzial für den Einzelhandel, vor allem in den Hauptbranchen Fashion & Accessoires, Spielwaren, Freizeit & Hobby und Wohnen.

Reparatur und Upcycling im Kommen

Auf niedrigerem Niveau gewinnen auch Reparaturleistungen wieder an Bedeutung. Nach den Spezialisten aus dem Handwerk wird dem Fachhandel eine hohe Kompetenz zugeschrieben – gerade bei Elektronikprodukten. Und: mehr als 50 Prozent der Konsumierenden nutzen bereits Upcycling Produkte. Insgesamt sind die Facetten Konsumverzicht – Wiederverwendung/Second Hand und Reparatur/Upcycling für mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine genutzte Konsumoption und beeinflussen zunehmend die Konsumhaltung. Die Wachstumsraten offenbaren Potenzial für den Fachhandel.

 


Autor:
Volksbank Herford-Mindener Land – Bild © AntionoDiaz – adobe stock