64.000 Wohnungen gefördert – doch die Unterschiede sind groß

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Im Hintergrund ein Neubaugebiet. Im Fordergrund eine Hand mit einem Stempel auf dem "Förderung" steht.

Die Bundesregierung zieht für das Jahr 2025 eine gemischte Förderbilanz: Insgesamt wurden der Bau oder Kauf von mehr als 64.000 Wohnungen und Häusern mit zinsverbilligten Krediten unterstützt. Angesichts der anhaltend schwierigen Lage im Wohnungsbau wertet das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) diese Zahl als „gute Bilanz“. Zugleich zeigen die Programme deutliche Unterschiede in der Nachfrage.

Erfolgsprogramm „Klimafreundlicher Neubau“, schwaches Interesse an „Jung kauft Alt“

Besonders gefragt blieb 2025 der Klimafreundliche Neubau: 36.747 Wohneinheiten wurden mit rund 4,5 Milliarden Euro gefördert. Deutlich weniger Resonanz verzeichnete hingegen das Programm „Jung kauft Alt“. Das BMWSB sieht hierin eine Schieflage in der Programmarchitektur – erfolgreiche Angebote ziehen stark, andere finden kaum Abnehmer.

Starke regionale Spreizung beim geförderten Wohnen

Die Unterschiede zeigen sich nicht nur zwischen den Programmen, sondern auch regional. Eine aktuelle Auswertung zum Sozialwohnungsbestand unterstreicht die Spannweite: Während Hamburg auf 43 Sozialwohnungen je 1.000 Einwohner kommt, liegt das Saarland bei etwa einer Sozialwohnung je 1.000 Einwohner. Diese Bestandszahlen erklären, warum Fördermittel in den Ländern unterschiedlich wirken – und weshalb die Ausgangslagen der Kommunen stark variieren.

Zwei-Säulen-Modell ab 2027 geplant

Als Reaktion auf die unübersichtliche Programmlandschaft will die Bundesregierung die Wohnbauförderung grundsätzlich verschlanken. Vorgesehen ist ein Zwei-Säulen-Modell mit je einem Kernprogramm für Neubau sowie für Bestand/Modernisierung. Ziel sind weniger Bürokratie, mehr Übersicht und verlässlichere Finanzierung. Der Start ist nach jetzigem Stand für 2027 avisiert.

Marktlage bleibt angespannt – Förderung federt nur begrenzt ab

Trotz der Förderzusagen bleibt die Bauproduktion hinter den politischen Zielen zurück. 2024 wurden in Deutschland 251.900 Wohnungen fertiggestellt – weit entfernt vom 400.000er-Ziel. Für 2025 rechnen Branchenbeobachter mit einem weiteren Rückgang, was die strukturellen Probleme – hohe Baukosten, Zinsen und schleppende Genehmigungen – bestätigt. Förderung kann hier stabilisieren, eine Trendumkehr ersetzt sie jedoch nicht.

Einordnung für Kommunen und Unternehmen

Für Städte und Gemeinden bedeutet die Bilanz: Wo Projekte planreif sind, können Förderkredite spürbare Investitionen anstoßen – vor allem im klimafreundlichen Neubau. Gleichzeitig bleibt es zentral, brachliegende Vorhaben zu reaktivieren und Genehmigungen zu beschleunigen. Für Bau- und Ausbaugewerbe sowie Immobilienwirtschaft eröffnet die geplante Vereinfachung der Förderstruktur Perspektiven, setzt aber voraus, dass Länder und Kommunen Flächen bereitstellen und Verfahren digitalisieren.

 


Autor:
Volksbank in Ostwestfalen – Bild © : Wolfilser – adobe stock

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