
Eine aktuelle Auswertung von Statista Consumer Insights zeigt: Finanzprodukte und Anlagen sind in Deutschland bei Männern verbreiteter als bei Frauen. Über zahlreiche Produktkategorien hinweg geben Männer häufiger an, entsprechende Produkte aktuell zu nutzen. Das gilt insbesondere für Wertpapiere und neuere Anlageformen, während die Abstände bei klassischen Sparprodukten geringer ausfallen.
Deutlichere Lücken bei Aktien, ETFs und Krypto
Besonders groß ist der Unterschied bei renditeorientierten Anlageklassen wie Aktien, ETFs und Kryptowährungen. Männer nennen diese Produkte signifikant häufiger. Auch aktiv gemanagte Fonds und Depots werden von Männern überdurchschnittlich genutzt. Der Befund korrespondiert mit längerfristigen Untersuchungen, die Frauen im Durchschnitt eine geringere Aktienquote attestieren.
Konservative Produkte mit geringeren Unterschieden
Bei konservativen Anlage- und Sparformen – etwa Tagesgeld, Sparbuch oder Bausparverträgen – sind die Geschlechterunterschiede vergleichsweise klein. Auch bei Versicherungs- und Altersvorsorgeprodukten zeigen sich weniger starke Abstände. Insgesamt prägt allerdings die niedrigere Nutzung renditestärkerer Anlagen die Gesamtdifferenz.
Jüngere Zielgruppen treiben die Wertpapierquote – mit Geschlechterabstand
In den jüngeren Jahrgängen ist der Einstieg in den Kapitalmarkt zuletzt spürbar gewachsen. Dennoch bleibt auch hier eine Lücke: Repräsentative Erhebungen unter 14- bis 24‑Jährigen berichten, dass junge Männer deutlich häufiger Wertpapiere besitzen als junge Frauen. Der Trend bestätigt die Statista-Befunde zum allgemeinen Nutzungsabstand nach Geschlecht und verweist auf eine bereits früh entstehende Differenz.
Bedeutung für Vermögensbildung und Altersvorsorge
Die unterschiedliche Verbreitung von Finanzprodukten hat unmittelbare Auswirkungen auf Vermögensaufbau und private Altersvorsorge. Wer häufiger in renditeorientierte Produkte investiert, profitiert langfristig stärker vom Zins‑ und Zinseszinseffekt – mit entsprechenden Folgen für die private Vorsorge. Vor diesem Hintergrund rückt finanzielle Bildung in den Fokus: Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Finanzwissen, Zuversicht und Marktteilnahme.
Autor:
Volksbank in Ostwestfalen – Bild © : LIGHTFIELD STUDIOS – adobe stock