
Der Blick auf den Fahrzeugbestand zum Stichtag 1. Januar 2025 zeigt: Deutschland bleibt ein Land der Verbrenner – aber die Anteile verschieben sich langsam. Benziner stellen weiterhin die größte Gruppe. Ihr Anteil am Pkw-Bestand beträgt 60,6 Prozent, gefolgt von Dieseln mit 28,0 Prozent. Beide Segmente sind rückläufig: Gegenüber dem Vorjahr schrumpften Benziner um 1,0 Prozent, Diesel um 2,2 Prozent. Insgesamt werden damit rund 43,8 Millionen Pkw in Deutschland weiterhin mit fossilen Kraftstoffen betrieben.
Elektrifizierung: Zuwachs, aber auf niedrigem Niveau im Bestand
Parallel wächst die Zahl elektrifizierter Fahrzeuge – allerdings von vergleichsweise kleinem Sockel. Reine Batterie-Autos (BEV) kamen zum Jahresanfang 2025 auf 1.651.643 zugelassene Pkw und damit auf 3,3 Prozent des Bestands, ein Plus von 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Plug-in-Hybride (PHEV) machen 2,0 Prozent aus, während die Summe sämtlicher Hybridfahrzeuge (ohne PHEV) 7,2 Prozent erreicht. Damit ist der Anteil elektrifizierter Antriebe im Bestand zwar sichtbar gestiegen, doch bleibt die große Mehrheit der Fahrzeuge konventionell motorisiert.
Im langfristigen Vergleich ist dieser Trend folgerichtig: Nach starken Ausschlägen in den Neuzulassungen in den vergangenen Jahren – befeuert und später gebremst durch wechselnde Förderkulissen – spiegelt der Bestand die langsame Erneuerung der Flotte wider. So lag der BEV-Anteil an den Neuzulassungen 2024 bei 13,5 Prozent; deutlich höher als ihr 3,3-Prozent-Anteil im Bestand, aber weit entfernt von einem kurzfristigen „Kippen“ des Marktes.
Gas, Wasserstoff und Nischen
Abseits der großen Linien bleiben gasbetriebene Fahrzeuge ein Nischensegment: 299.922 Pkw fahren mit Flüssiggas (LPG), das entspricht 0,6 Prozent des Bestands; Erdgas-Pkw (CNG) kommen auf 73.123 Fahrzeuge oder 0,1 Prozent. Brennstoffzellen-Autos auf Wasserstoffbasis sind mit 1.802 Einheiten statistisch kaum sichtbar – ihr Bestand ging zuletzt sogar zurück. Diese Zahlen unterstreichen, dass alternative Antriebe jenseits von Hybrid und Batterie-Elektro im Alltagsbetrieb bislang keine breite Rolle spielen.
Neuzulassungen verschieben das Bild – langsam
Ein Blick auf die jüngsten Neuzulassungen hilft, die Richtung zu verstehen. 2024 entfielen 47,6 Prozent aller neuen Pkw auf „alternative Antriebe“ – dazu zählen BEV, PHEV, Hybride, Gas und Brennstoffzelle. Innerhalb dieser Gruppe legten Hybride zu, während reine Elektro-Pkw im Jahresvergleich schwächer abschnitten. Diese Dynamik setzt sich in den ersten Monaten 2025 mit Schwankungen fort. Für die Zusammensetzung des Bestands bedeutet das: Solange Verbrenner den Neuwagenmarkt nicht klar unterlaufen, wird sich der Anteil konventioneller Antriebe in der Flotte nur schrittweise verringern.
Regionale Unterschiede und Segmenttrends
Zudem unterscheiden sich die Anteile je nach Region und Fahrzeugsegment deutlich. In einigen süddeutschen Ländern ist der Allrad- und SUV-Anteil überdurchschnittlich hoch – und damit auch der Anteil leistungsstärkerer Modelle, die überproportional oft als Hybrid oder Plug-in zugelassen werden. Dennoch bleibt der BEV-Anteil am Bestand selbst in starken Automobilregionen bislang einstelliger Prozentbereich. Diese regionalen Streuungen ändern nichts am Gesamtbild, erklären aber, warum der Hochlauf der Elektrifizierung vor Ort sehr unterschiedlich wahrgenommen wird.
Der Umbruch ist sichtbar, die Masse fährt weiter mit Benzin und Diesel
Antwort auf die Ausgangsfrage „Was für Autos fahren wir Deutschen?“: Überwiegend Fahrzeuge mit klassischem Verbrennungsmotor – sechs von zehn Pkw sind Benziner, fast drei von zehn Diesel. Elektrifizierte Antriebe gewinnen hinzu, vor allem als Hybrid, während reine Elektroautos im Bestand auf gut drei Prozent kommen. Gas und Wasserstoff bleiben Randphänomene. Für Unternehmen, Kommunen und Politik bedeutet das: Lade- und Energienetze, Flottenstrategien und Verbraucherangebote müssen auf einen langen Übergang ausgerichtet sein. Der Kurswechsel findet statt, aber er vollzieht sich im Bestand in kleinen, stetigen Schritten.
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Volksbank in Ostwestfalen – Bild © : May Chanikran – adobe stock