„An Fonds kommt man heute nicht mehr vorbei“

Stefan Semke

„An Fonds kommt man heute nicht mehr vorbei“
Stefan Semke gibt Tipps zur Geldanlage in Zeiten niedriger Zinsen

Die Phase historisch niedriger Zinsen hält weiter an. Experten rechnen kurz- bis mittelfristig mit keiner nennenswerten Erhöhung des Zinsniveaus im Euroraum. Das freut Kreditnehmer, bereitet fleißigen Sparern jedoch immer mehr Kopfzerbrechen. Banken zahlen mittlerweile Negativzinsen für bei der Zentralbank geparkte Kundengelder. Das belastet die Ergebnisse. Und auch für die Bankkunden gibt es auf dem klassischen Sparbuch nahezu keine Zinsen mehr. Unser Anlageexperte Stefan Semke, Direktor Private Banking, kennt lohnende Alternativen.


Herr Semke, was bedeutet das aktuelle Zinsniveau für den durchschnittlichen Sparer?

Stefan Semke: „Das lässt sich recht anschaulich erklären. Früher, bei 4 Prozent Zinsen für Geldanlagen, hat es durch Zins und Zinseszins rein rechnerisch 18 Jahre gedauert, um sein Geld zu verdoppeln. Noch früher, bei 6 Prozent Zinsen, nur zwölf Jahre. Heute, bei 0,01 Prozent auf dem Sparbuch, würde es stolze 7.200 Jahre dauern. Ich glaube, so viel Zeit haben wir alle nicht zum Vermögensaufbau.“


Klassische Spareinlagen bringen also keinen Gewinn mehr?

Semke: „Genau genommen verliert der Sparer sogar Geld. Zieht man die jährliche Inflation noch vom Nominalzins ab, hat man de facto sogar seit Jahren auf dem Sparbuch einen negativen Realzins. Dabei ist es natürlich heute wichtiger denn je, für das Alter vorzusorgen oder für wichtige Anschaffungen ein kleines Polster anzusparen.“


Aber es gibt bestimmt noch andere Anlageformen, die Rendite bringen und ähnlich sicher sind wie ein Sparbuch.

Semke: „Genau da liegt die Herausforderung. Wirklich rentable Anlagen mit Nullrisiko gibt es angesichts des aktuellen Zinsniveaus eigentlich nicht mehr. Also müssen wir stattdessen für den Kunden eine Strategie finden, die individuell auf sein Sparziel und seine Risikobereitschaft zugeschnitten ist. Solche Strategien erarbeiten unsere Finanzexperten täglich auf vertrauensvoller Basis in den Beratungsgesprächen mit unseren Kunden. Ein gutes neues Werkzeug, mit dem jeder für sich auch schon vorab seine eigene Risikoneigung analysieren kann, ist unser digitaler Anlage-Assistent MeinInvest. Wer möchte, kann hier sogar direkt über unsere Homepage eine passende Geldanlage abschließen.“


Welche Anlageformen empfehlen Sie denn grundsätzlich?

Semke: „An Fonds kommt man heute nicht mehr vorbei, wenn man mit überschaubarem Risiko eine vernünftige Rendite erzielen möchte. Aktienfonds bieten dabei die größten Renditen mit durchschnittlich 4 bis 7 Prozent. Aber natürlich sind Rückschläge an den Aktienmärkten nie auszuschließen, daher sollte man hier auf einen langfristigeren Anlagehorizont von sieben oder mehr Jahren setzen. Offene Immobilienfonds sind im Vergleich ziemlich wertstabil, bieten im Schnitt aber auch deutlich niedrigere Renditen. Es gibt auch Mischfonds, die Ihr Geld breit gestreut in Aktien und festverzinsten Wertpapieren anlegen. Das mindert die Kursrisiken und bietet trotzdem im Schnitt eine Rendite von 2 bis 5 Prozent. Hier kommt es wiederum ganz auf den Anleger und seine persönliche Risikoneigung an.“


Lohnt sich eine Einmalanlage oder sollte ich lieber mit monatlichen Sparbeiträgen arbeiten?

Semke: „Wenn Sie planen, einen größeren Betrag anzulegen, empfehlen wir, nicht sofort alles auf eine Karte zu setzen. Grundsätzlich ist eine Streuung in mehrere Anlageklassen sinnvoll. Außerdem empfiehlt es sich, bei größeren Beträgen statt eines Einmalbetrages über mehrere Monate Teilbeträge zu investieren. So erwerben Sie Anteile zu unterschiedlichen Kursen. Ähnlich läuft es bei einem Fondssparplan mit monatlicher Besparung:
Fallen die Kurse, kaufen Sie neue Anteile günstiger. So profitieren Sie langfristig sogar von Kursschwankungen. Dabei können Sie zum Beispiel beim Fondssparen unseres genossenschaftlichen Verbundpartners Union Investment schon ab 25 Euro monatlich mit dem Vermögensaufbau beginnen.“


Habe ich denn einen Einfluss auf die Aktien in meinen Fonds?

Semke: „Natürlich. Es gibt Fonds in allen möglichen Zusammenstellungen. Sie können Schwerpunkte auf einzelne Länder, Regionen oder Branchen setzen. Auch Trendthemen wie „Digitalisierung“ oder „Wachstumsmärkte Schwellenländer“ werden als Investitionsziel einzelner Fonds angeboten. Aktuell gibt es auch eine Tendenz hin zu bewusst nachhaltigen Anlagen, die über verschiedene Ausschlusskriterien zum Beispiel auf die Bereiche Kernenergie, Öl, Kohle oder Rüstung verzichten. Stattdessen kann auf nachhaltige Geschäftsfelder wie erneuerbare Energien, nachhaltige Ressourcen, grüne Technologien oder nachhaltige Mobilität gesetzt werden. Ein sogenanntes Nachhaltigkeitsrating bewertet unter anderem die Aspekte Umwelt und Soziales. Bei der Aufnahme in nachhaltige Fonds wird außerdem darauf geschaut, wie das Unternehmen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird und wie risikoreich das Geschäftsmodell ist. Hier stehen unsere Experten interessierten Anlegern gerne beratend zur Seite.“

Smart anlegen mit MeinInvest: wie Roboter bei der Geldanlage helfen

Die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford bedient sich auch in Sachen Geldanlage neuer Wege, um  die Erwartungen ihrer Kunden auch in Zukunft erfüllen zu können. Gemeinsam mit Union Investment, der Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken, wurde der Robo-Advisor MeinInvest entwickelt, der online, schnell und einfach die richtige Anlagestrategie ganz individuell für jeden Kunden findet – und das zunächst sogar
ganz ohne Unterstützung eines Bankberaters. Auf der Plattform www.meinevolksbank.de/meininvest kann der technikaffine Anleger sein Geld online in ein breit gestreutes Portfolio aus Investmentfonds anlegen, die sich aus den Anlageklassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe zusammensetzen. Damit können Sparer auch in Zeiten historisch niedriger Zinsen mit einer guten Rendite rechnen – egal ob per Einmalanlage oder in Form einer regelmäßigen Besparung. Zum Start beantwortet der Nutzer online nur einige Fragen, woraus ein individuelles Chancen-Risiko-Profil ermittelt wird. „Unser digitaler Assistent ermittelt anhand Ihrer Angaben ein für Sie passendes Angebot. Es wird überwiegend in aktiv gemanagte Fonds investiert. Zusätzlich können im Rahmen einzelner, ausgewählter Anlageklassen ETFs beigemischt werden. Sie können die Geldanlage ganz einfach anhand einer Online-Legitimation abschließen. Anschließend wird Ihre Geldanlage im Rahmen einer Vermögensverwaltung durch Anlageexperten professionell betreut“, erklärt Stefan Semke, Direktor Private Banking bei der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford.

Autor: Volksbank Herford-Mindener Land eG

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