Zehn Tipps für die erfolgreiche Anwerbung neuer Mitarbeiter

Junge Menschen, neue Mitarbeiter

Wenn wir Ostwestfalen eines besonders gut können, ist es unser Licht unter den Scheffel zu stellen. Lieber mehr Sein als Schein gilt in der überwiegend evangelisch geprägten Region immer noch als chic. Doch was im Privaten angemessen sein mag, ist spätestens bei der Suche nach Fachkräften ein Fehler. Die bei der Mitarbeitersuche erfolgreichsten Unternehmen sind vor allem gut sichtbar und trompeten kraftvoll heraus, was sie zu bieten haben.

Auch wenn nicht gerade alle Zeichen auf Wachstum stehen – viele Unternehmen in der Region suchen dringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Akademiker und Facharbeiter, Helfer und Azubis. Dazu braucht es viele neue Spezialisten, vor allem in den Bereichen IT und Medien, die es in der benötigten Menge weder hier noch anderswo gibt. Doch wie stellt man sich als ostwestfälischer Mittelständler im Wettbewerb mit den Schwergewichten der internationalen Konzerne am besten auf?

  1. Attraktivität steigern

So banal es klingt: Zunächst muss ein Unternehmen ein interessantes Paket für seine Beschäftigten schnüren. Dieses Fundament muss stimmen, sonst läuft die Mitarbeitersuche ins Leere. Dazu gehören Grundlagen wie Gehälter oder Arbeitszeiten, aber immer häufiger auch Themen wie Work-Life-Balance, Mobile Work oder das Angebot von Sabbaticals. Gerade an der Grenze zwischen Arbeit und Familie finden sich viele Gelegenheiten, sich mit innovativen Angeboten von den Wettbewerbern abzuheben. Wer seinen Mitarbeitenden das Leben erleichtert, ist auf dem richtigen Weg.

  1. Arbeitgebermarke entwickeln

Auf dem Fundament einer möglichst langen Vorteilsliste kann man eine starke Arbeitgebermarke errichten: Dazu zählt eine Positionierung auf dem Arbeitsmarkt, eine Beschreibung des eigenen Anspruchs und der eigenen Werte. Hier ist Mut gefragt: Auch eine übersichtliche Unternehmensgröße kann ebenso sympathisch sein wie ein bezahlbares Leben in der Provinz. Schon Goliath lernte, dass Größe kein Garant ist…

  1. Bewerben einfach machen

Im nächsten Schritt gilt es, den eigenen Anwerbe- und Eingliederungsprozess aus dem Blickwinkel des Bewerbers zu überprüfen. Ist die Bewerbung bei Ihnen noch kompliziert oder schon maximal einfach? Der gesamte Prozess von der ersten Ansprache bis zur Einarbeitung gehört unter die Lupe genommen.

  1. Wertschätzung wichtig

Unabhängig von einzelnen Aktivitäten sollte der gesamte Recruiting-Prozess unter der Überschrift Wertschätzung stehen. Diese zeigt sich in der Verbindlichkeit des Auftretens ebenso wie im Ton der Ansprache.

  1. Eigene Firma googeln

Dazu gehört auch ein kritischer Blick auf die eigene Selbstdarstellung: Steht Ihr Licht noch unter dem Scheffel oder leuchtet es schon weit sichtbar? Googeln Sie Ihr Unternehmen. Und besuchen Sie Bewertungsplattformen im Internet. Wenn Sie so etwas nie zuvor gesehen haben, werden sie sich wundern, was ihre potenziellen Bewerber alles finden, bevor sie sich für oder gegen eine Kontaktaufnahme entscheiden.

  1. Innovative Maßnahmen

Früher war es die Stellenanzeige in der Wochenendausgabe der Tageszeitung. Heutzutage steht den HR-Verantwortlichen eine Vielfalt an Kanälen, Plattformen und Instrumenten zur Verfügung. Vom Business-Netzwerk über die Gaming Community bis zur Absolventenmesse gilt es die Möglichkeiten auszuwählen, die zur gesuchten Zielgruppe passen. Das bedeutet, kanalorientierte Kampagnen auf- und umzusetzen. Klingt aufwändig, ist es auch. Aber. Manchmal ist eine gute Idee erfolgreicher als das ganze Programm.

  1. Empfehlung aktiv einfordern

Wichtige Multiplikatoren sind auch die eigenen Mitarbeitenden. Das Management sollte sie dazu ermutigen – aber nicht dazu nötigen! –, in ihren individuellen Social-Media-Aktivitäten Themen und Botschaften des Unternehmens aufzugreifen. Eine weitere Möglichkeit ist ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm. Im Vergleich zu anderen Maßnahmen ist die Abschlussquote fünfmal höher.

  1. Laut, schnell und mutig sein

Sind Ziele, Themen sowie Kanäle ausgewählt und die Maßnahmen auf den Weg gebracht, kommt es auf die Umsetzung an. Dies betrifft die Wirkung nach außen ebenso wie Organisation und Einstellung im Inneren. Hier gilt es, laut, schnell und mutig zu sein. Bedenken helfen wenig bei der Suche nach neuen Mitarbeitern.

  1. Aber authentisch bleiben

Wenn wir Ostwestfalen eines besser wissen als andere, dann ist es die Erkenntnis, dass man in der Ansprache potenzieller Mitarbeiter auch nicht zu hoch stapeln darf. Niemand wird einem kleinen Handwerksbetrieb verübeln, wenn er keine eigene Lehrwerkstatt betreibt. Dennoch mag man in diesem Betrieb von den Besten lernen, wenn man täglich Seite an Seite mit dem Chef arbeitet. Vorteile zu finden und zu formulieren sollte man aber besser Profis mit dem wohlwollenden Blick von außen überlassen.

  1. Fehler vermeiden

Als schlimmer Fehler in der Mitarbeiterakquise wird immer häufiger die Beauftragung von Zeitarbeitsfirmen empfunden. Deren Offerten sind häufig nichtssagend und austauschbar. Sie selbst haben selten Mehrwerte zu bieten. Stattdessen stellen sie sich vor ihre Auftraggeber, sodass Jobsuchende gar nicht erkennen können, für welche Firma sie am Ende arbeiten sollen. Niemand will nur als austauschbare Arbeitskraft, jeder will als Individuum betrachtet und behandelt werden.

 


Autor:
Volksbank Herford-Mindener Land – Bild © ASDF – adobe stock